Unser Auenland
 

BEZAHLBARES WOHNEN IN BAD BRAMSTEDT

Jeder von uns möchte seine Heimat und sein Zuhause finden. Knapp 15.000 Leute haben dies in Bad Bramstedt getan. Der Aufruf, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, ist unüberhörbar. Ob das „Auenland-Quartier“ so ein bezahlbares Zuhause wird, kann bezweifelt werden. Wir gehen davon aus, dass die Kosten für den Traum des Eigenheims sehr hoch liegen.


Wie kommen wir zu der Annahme?

 Mieten, Zinsen, Kaufpreise, alles schießt in die Höhe. Wir haben in den letzten Monaten den Immobilienmarkt in Bad Bramstedt im Auge behalten. Die grundlegenden Zahlen beim Eigentum: Wohnungen kosten über 2.500 €/m², Häuser über 3.000 €/m². Tendenz steigend. Bei Wohnungsmieten sollte man mindestens 10 €/m² einrechnen. Das sind Kosten für den Bestand – nicht für einen Neubau!

Wohnen, aber normal!

Wir nehmen als Beispiel das typische gepflegte Reihenhaus, gebaut in den 90ern, 130 m², 400 m² Grundstück. Kostenpunkt bei gutem Zustand zurzeit: ca. 450.000 €/m². Für eine Kostenberechnung fehlt uns noch die Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbucheintrag und der Makler. Hier die einfache Berechnung einer Bank: 500.000 € für ein Reihenhaus. 


Alle Zahlen sind nur exemplarisch und können über z.B.  https://www.sparkasse.de/service/rechner/nebenkostenrechner.html abgerufen werden.


Neues kostet nun mal mehr…

Nun handelt es sich bei dem „Auenland-Quartier“ nicht um eine Bestandsimmobilie, sondern um Neubauten. Neubauten sind generell teurer. Hierzu kommt natürlich auch der Aufwand, der betrieben werden muss, diesen zu erstellen. Feucht- und Moorgebiete erfordern eine Pfahlgründung oder eine Aufschüttung. Material wird teurer, Arbeitsleistung ebenso. Ein Kaufpreis von 650.000 € halten wir daher für wahrscheinlich. 

Darüber hinaus: Banken sehen die sogenannte Vollfinanzierung, bei der Kaufnebenkosten mitfinanziert werden, nicht so gern. Denn Gelder, die für Nebenkosten gebraucht werden, sind nach dem Kauf ausgegeben – es gibt für sie keinen materiellen Gegenwert mehr.


Da steht sie nun, die 725.000 € für das nette und neue Reihenhaus. Es wird geraten, dass man mindestens 10 – 20 % des Kaufpreises (andere sprechen von 30%) schon als Eigenkapital haben sollte. Also 72.500 bis 145.000 € sollte schon vorher da sein, damit ein Hauskauf als „sicher“ gilt. Wir nehmen den optimalen Fall an, dass man 145.000 € Eigenkapital hat: 

725.000 € - 145.000 € = 580.000 €.


Was heißt das für mich im Monat?

Das geben wir mal in einen Finanzierungsrechner ein: Die Grunddaten dazu sind: 25 Jahre Finanzierung, 2% anfängliche Tilgung, Annuitätendarlehensbetrag 580.000 € und…


…dann ist man bei einer monatlichen Rate von 2.281,33€.

 Diese 2.281,33 € muss man Monat für Monat überweisen für seinen Traum vom Eigenheim. Bei unveränderten Bedingungen 31 Jahre und 9 Monate lang.

Die Rechnung ist nur exemplarisch. Wer selbst ausprobieren möchte, kann das auf Seiten wie https://www.drklein.de/baufinanzierung.htmlhttps://www.interhyp.de/baufinanzierungsrechner/#/wizard/start  oder ähnlichen Angeboten tun.



Wie viele können sich das leisten?

2.281,33 € ist ein Haufen Geld. Das ist bisher nur das Haus. Kein Wasser, kein Strom, keine Betriebskosten, keine Reparaturen – kurz: Keine Nebenkosten mit drin. Wer kann sich das leisten? Die Faustregel besagt, dass man 33% zum Wohnen ausgeben sollte (Angaben schwanken zwischen 30 und 40%). Sie gilt als Orientierung und ist in diesem Beispiel unser Maßstab:


2.281,33 € x 3 = 6.843,99 € Nettogehalt im Monat wäre also ein adäquates Gehalt.


Es gibt hierzu viele Listen und Berechnungen, die einem erzählen, wie wohlhabend man ist. Das Institut für Deutsche Wirtschaft, Köln, hat das mal in eine interaktive Grafik gefasst:

https://www.iwkoeln.de/presse/interaktive-grafiken/judith-niehues-maximilian-stockhausen-einkommen-im-vergleich.html

Zusammengefasst: Ein Reihenhaus im „Auenlandquartier“ können sich wahrscheinlich nur 4% richtig leisten, von der Landbevölkerung nur 3%.

Ist das dann noch „bezahlbares Bauen“?

Alle Grafiken auf dieser Seite wurden am 01.05.2022 aufgenommen und stellen nur eine exemplarische Rechnung für einen fiktiven Erwerb dar.

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