Unser Auenland
 

Auenland „Quartier“ – heute ein einfaches Zahlenspiel.
Nachdem ein Teilnehmer der „Informationsveranstaltung“ im Kurhaustheater am vergangenen Mittwoch, sinngemäß, folgendermaßen kommentierte, möchte ich das kurz aufgreifen.
Mit erfrischender Offenheit erklärte ein Repräsentant der „Deutschen Habitat“, dass in dem geplanten „Quartier“ an der Segeberger Straße wohl kaum möglich sein wird günstigen Wohnraum zu errichten.

Was ist jetzt versprochen worden?

  • Es wird günstiger Wohnraum für Bedürftige entstehen.
  • Es wird eine Schule für die Klassenstufen 1 – 10 entstehen.
  • Es werden 2 Kindertagesstätten entstehen.
  • Es wird ein 4 Sterne Hotel mit 160 Betten entstehen.
  • Es werden Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf entstehen.
  • Es wird Raum zur Freizeitgestaltung und Wanderwege für alle Bramstedter Bürger entstehen.

Das habe ich jetzt nur aus meiner Erinnerung aufgezählt, deshalb erhebt die Liste natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Versprechen und was danach kam
Was wird am Ende übrig bleiben von diesen Versprechungen, wenn schon zum jetzigen Zeitpunkt der Hauptwunsch in der Rundablage landet?
Wie so oft, ist es ganz hilfreich einen kurzen Blick zurück in die Vergangenheit zu werfen: Wie war das Anfang der Zweitausender, als das „Resort“ (noch so ein Unwort) Bissenmoor entstand? Auch dieses Projekt wurde mit diversen Versprechungen beworben, von denen am Ende nur noch ein Kindergarten vorne auf der Ecke geblieben ist (man möge mich korrigieren, wenn ich da falsch liege). Heute sieht man eine in sich abgeschlossene Trabantenstadt, ohne nennenswerten Bezug zur Innenstadt. Von der anfänglich geplanten Exklusivität ist auch nur wenig übrig. Sehr viele der angebotenen Grundstücke konnten für den geplanten Preis schlichtweg nicht veräußert werden. So kam es dazu, dass im vorderen Bereich kleinere Flächen verkauft wurden, um mit der Bebauung voranzukommen. Hinter vorgehaltener Hand sprechen einige der Erstbewohner etwas herablassend von „sozialem Wohnungsbau“.  Das Kernstück des Projektes, der Golfplatz hat mehrfach den Besitzer gewechselt. Nun gut, ich will da gar nicht weiter ins Detail schauen, darum geht es hier nicht, aber eine Erfolgsgeschichte sieht anders aus. Was ich aus dieser Nummer mitnehme ist die Erkenntnis, dass von anfänglichen Versprechungen oftmals nicht viel übrigbleibt. Wenn denn schon zu Beginn eines solchen Projektes eines der Hauptversprechen so mal eben einkassiert wird, schafft das kein Vertrauen.


Nun zum Zahlenspiel
In der letztlich zur Durchsetzung anstehenden Version hat das Neubaugebiet eine Größe von 19 ha, also 190.000 qm.
Zu den oben genannten Extras sollen etwa 700 Wohneinheiten für ca. 2000 Menschen entstehen. Diese sollen in 4-geschossigen Wohnblocks plus Staffelgeschoss errichtet werden.
Zum Vergleich die mit Google Earth vermessenen Flächen einiger anderer Gebiete in der Stadt (falls irgendjemand nachkommastellen Fetischismus betreiben möchte: das erhebt keinen Anspruch auf absolute Genauigkeit):


  • Neubaugebiet Bimöhler Straße (nur der neue Teil) 175.000 qm
  • Bissenmoor Resort, ohne Golfplatz 395.000 qm
  • Gemeinschaftsschule Auenland 54.000 qm
  • Kita Rappelkiste 3.600 qm
  • Ev. Kindergarten 5.300 qm
  • Und als Beispiel, das ehem. Novotel in Schnelsen 10.000 qm

Was wird bleiben?
Das Neubaugebiet „Auenland“ ist also etwa so groß wie das an der Bimöhler Straße aktuell ist, aber es ist nur halb so groß wie die Schlafstadt Bissenmoor. Für dieses Gebiet sind diverse Einrichtungen versprochen. Wenn ich, als grobe Schätzung, die gemessenen Werte für eine Betrachtung nutze, dann komme ich auf etwa 73.000 qm für Schule, Kitas und Hotel. Die Fläche, die für den öffentlichen Raum benötigt wird (Straßen, Wege etc.) kann ich schlecht schätzen, das müsste ein Stadtplaner tun. Was noch fehlt ist der Platzbedarf für Einkaufsmöglichkeiten und Begegnungsräume.
Wenn ich nun all‘ diese Flächen von der Gesamtfläche abziehe, dann bleibt das übrig, auf dem man 700 Wohneinheiten für 2000 Menschen errichten will, das Ganze soll in angenehm offener Atmosphäre geschehen, nun ja. Vielleicht liest hier jemand mit, der da ein paar Vergleichszahlen für Wohnraum parat hat.
Ich jedenfalls werde den weiteren Verlauf dieses Projektes und die Änderung des B – Planes mit großem Interesse weiter verfolgen.

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