Unser Auenland
 

BITTE EINES NATURSCHUTZBEAUFTRAGTEN

Nun will und muss ich mich einmal zum geplanten Neubaugebiet am Hamwinsel äußern. Ich mache das ausdrücklich in meiner Funktion als Naturschutzbeauftragter der Stadt Bad Bramstedt und bin mir völlig bewusst darüber, daß das nicht allen Lesern gefallen wird.

Nur Versprechungen?

Den Bürgern, und auch mir, wurde, nachdem dieses Thema hinter verschlossenen Türen mit einem Investor ausgehandelt wurde, eine Vision präsentiert, die ich so keinesfalls mittragen werde.
Es soll in den Auwiesen am Hamwinsel ein „Quartier“ entstehen, daß sich dort auf 19 ha Größe ausbreitet. Angekündigt sind die Entstehung eines 4 Sterne Hotels, eine Schule, zwei Kindergärten, Einkaufsmöglichkeiten und Grünflächen die allen Bad Bramstädtern zur Verfügung stehen sollen. Es soll günstiger Wohnraum zur Verfügung gestellt werden und auch Einfamilienhäuser.
Zum Vergleich: Das gesamte bebaute Gebiet Golfpark Bissenmoor ist etwa 30 ha groß, das bebaute Neubaugebiet Bimöhler Straße etwa 25 ha. Wie bitte sollen diese Wunschvorstellungen alle auf diese kleine Fläche passen? Ich befürchte, daß es läuft wie in Bissenmoor, viele Versprechungen im  Vorwege und am Ende sehen wir wenig bis gar nichts, bis auf noch eine Trabantenstadt.
Der Verkauf von Tafelsilber war schon immer eine beliebte aber äußerst fragwürdige Aktion, um finanzielle Löcher zu stopfen , daß wussten schon unsere Vorfahren sehr genau und wir sollten uns ein klein wenig daran erinnern.

 

Bad Rungholt im Ort?

Nun zum eigentlichen Thema: Aktuell haben wir das zweite Hochwasser im Winter 21/22, im Vergleich zu 2014 relativ zahm, aber eben in diesem Bereich doch ziemlich heftig, es sind halt Auwiesen.
Wie es schon immer war, in diesem Gebiet steht das Wasser bis bis 20 cm unter der Sohle (siehe Bilder) und unsere Eltern und Großeltern wussten sehr genau, warum sie in diesen Bereichen nicht gesiedelt haben. Nun will die Stadt dies in’s Gegenteil kehren? Ein Kleiner Blick zurück nach Rungholt wäre angebracht.
Was soll dieser Blödsinn? Es wären Flächen Richtung Gayen verfügbar, die man durchaus als Baugebiet ausweisen könnte.
Im Blick zurück stellt sich mir ohnehin der Bauleitplan in diesem Gebiet als äußerst fragwürdig dar. Sicher ist es in den 70er Jahren so gewesen, daß das Klinikum sich einen Erweiterungsbereich sichern wollte und die Stadt dies nicht ablehnen wollte, also hat man eben dieses Gebiet genommen, in der Annahme, daß da ohnehin nichts passieren würde. Man wusste es damals eben nicht besser, oder wollte es nicht besser wissen. Aus heutiger Sicht gehört dieser gesamte Bereich komplett aus dem Bauleitplan heraus.
Am heutigen Nachmittag haben mich nur in diesem Bereich 4 Personen, unabhängig voneinander, darauf angesprochen, was für ein Wahnsinn hier gerade stattfindet in unserem Städtchen, dies nur als Hinweis darauf, daß ich wohl nicht ganz allein dastehe mit meiner Wahrnehmung.


 Fotos als Entscheidungshilfe



Meine Fotos von heute sollten ja auch Dokument genug sein, um zu erkennen, daß es sich an diesem Ort nicht hgut bauen lässt.
In diesem Sinne rufe ich alle beteiligten Entscheidungsträger auf: Denkt nochmal nach, erinnert Euch an Eure eigenen Klima- und Naturschutzbekenntnisse und lasst es sein. Zumindest an diesem Standort. Für uns und unsere Nachkommen: Macht keinen Scheiß, bitte.

 

E-Mail
Instagram