Unser Auenland
 

Wie viel Regen ist denn hier?

 

Zahlen sind langweilig? Finde ich nicht…

Ich möchte heute einen Versuch starten, die in etwa anliegende Wassermenge zu ermitteln, die bei einem Hochwasserereignis wie im Dezember 2014 aus den neu zu bebauenden Gebieten im Osten Bad Bramstedts anfallen würde.
Dazu habe ich mit Google Earth die Fläche des Gewerbegebietes Lohstücker Weg ermittelt und die neu genannte Größe des sogenannten Auenland Quartieres genommen.
Diese Flächen entwässern komplett über den Graben, der in Höhe des Ortsausganges die Segeberger Straße quert und dann unter dem Hamwinsel in die Schmalfelder Au abläuft. Damit zeigt sich auch, daß dieser Bereich komplett oberhalb der Innenstadt entwässert, d.h., alles was aus diesem Gebiet abläuft passiert später über die Hudau und Bramau den Ort.
Nun läuft aus diesem Gebiet ja auch heute schon Regenwasser ab, deshalb möchte ich nur die durch die zusätzliche Bodenversiegelung anfallende Menge betrachten. Dieses Wasser wird momentan ja sehr effizient durch die Bodenstruktur dieser Flächen zurückgehalten und kann langsam ablaufen. Bei einer Versiegelung des Bodens würde die darauf fallende Niederschlagsmenge sehr schnell ablaufen und das gesamte Stadtgebiet zusätzlich belasten. Üblicherweise versucht man durch Schaffung von Sickermulden oder Regenrückhaltebecken so etwas abzumildern.

 

 

Jetzt gibt es ein bisschen Mathe...

Dem Bauplan für das MVZ im Lohstücker Weg kann man entnehmen, daß dort eine Versickerung vor Ort wegen des Grundwasserstandes nicht möglich sein wird, außer man führt eine flächige Geländeaufhöhung durch (B-Plan Seite 17). Die Grundwasser Verhältnisse der Gebiete sind die Gleichen, die Fläche ist so groß, dass man wohl kaum an eine Aufschüttung des Geländes denken kann, also wird das Wasser ziemlich schnell und ungehindert in Richtung Schmalfelder Au ablaufen.
Und nun rechnen wir mal:
Fläche Gewerbegebiet ca. 230.000 qm
Neubaugebiet ca. 250.000 qm
Versiegelungsgrad (Gewerbegeb., maximal) 80 %
Versiegelungsgrad (Baugeb., maximal) 60 %
Daraus ergibt sich eine maximal zulässige Versiegelung von 184.000 qm für das Gewerbegebiet und von 150.000 qm für das Neubaugebiet, also in Summe 334.000 qm.
Schaut man jetzt in den Hochwasserbericht 2014 vom LLUR, dann findet man sehr schnell die Niederschlagsmenge für dieses Ereignis vom 22. – 23. Dezember. Es waren im Bereich Bad Bramstedt mehr als 180 mm, oder anders gerechnet 180 Liter pro Quadratmeter.

 

 

Wie viel Wasser fließt durch die Stadt?

Ok, jetzt wird es interessant. Auf diesen versiegelten Flächen würden also bei so einem Ereignis (und da ist nichts fiktives dabei, wir haben es ja tatsächlich gehabt) in Summe 60.120.000 Liter Wasser anfallen. Damit man damit etwas besser rechnen kann machen wir da mal Kubikmeter draus, dann sind das 60.120 m³.Um diese Menge etwas anschaulicher zu machen, formen wir im Geiste einen Würfel daraus und kommen auf die ansehnliche Kantenlänge von fast 40 Metern, wow… Oder etwas anders, ein Fußballfeld könnte man mit dieser Wassermenge komplett in der Höhe von 9 Metern fluten. Das wäre, in etwa, die Mehrbelastung des Wasserkörpers Schmalfelder Au, nur durch diese Baumaßnahmen. Und, wie schon gesagt, das muss dann, in relativ kurzer Zeit, durch die Stadt abfließen.

 


Wohlgemerkt, dass sind alles nur Annäherungen, aber diese vermitteln einen Eindruck, wohin die Reise geht. Dazu kommt dann ja auch noch die Verringerung der Fließgeschwindigkeit durch die Renaturierung, aber dazu vielleicht später etwas.


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