Unser Auenland
 

Aber das kostet doch alles Geld! Der Kurwald auf dem Prüfstand

 Ja, der Aufbau, die Pflege und die Erhaltung kosten Geld. Leider gibt es das nicht umsonst. Das Konzept wird laut Heringsdorf mit bis zu 90% aus verschiedenen Töpfen gefördert. Nur um zu verdeutlichen: Eine Brücke wird bei ca. 500.000 € liegen. Die Stadt würde 50.000 € dafür bezahlen. Man kann das Geld aber natürlich auch für eine Werbeveranstaltung ausgeben und versuchen, die Akzeptanz für ein Baugebiet zu erhöhen. Wir würden das Geld lieber in handfesten Projekten sehen. Sei es für Kita, Jugend oder halt im Aufbau des Kurwalds. Da darf sich aber gerne jeder selbst sein Urteil bilden. Abgesehen davon haben wir bereits prinzipiell schon fast alles, was das Optimum für einen Kur- und Heilwald darstellt. Zurück zu Heringsdorf: Dieser Ort bietet jeder interessierten Kommune Hilfe beim Einwerben der Gelder an. Wir sind da bereits dran und haben nicht nur zu diesem Ort Kontakte geknüpft und erwarten in nächster Zeit die Zahlen dieser Erfolgsgeschichte. Die kontaktierten Mitarbeiter sind stolz auf "ihren Wald" und schwärmen in höchsten Tönen, was alles tolles gemacht wurde. Aufgrund der vielfach positiven Resonanz haben wir uns in den Diskurs mit Ämtern begeben, um zu sehen, wie viele Chancen ein solches Projekt hätte. Hier stießen wir auf wohlwollende Worte, hervorragende Kontakte und den Tipp, uns an einen “Fördermittelfuchs” zu wenden. Und auch bei diesem scheinen wir offene Türen eingerannt zu haben. Hier klären wir gerade prinzipielle Fragen, ob auch z.B. Brücken gefördert werden.

Schluss mit Basta, her mit dem Gemeinsam wollen!

Schlussendlich könnte der Südosten Bad Bramstedts die Aufgabe übernehmen, die im Regionalentwicklungsplan dafür vorgesehen ist: Naherholung und Gesundheit. Auch hier hat man eine interessante Stellung: “Mein liebes Land, ihr wollt das so? Können wir gerne machen, aber unsere Mittel sind begrenzt. Da müsstet ihr uns helfen.” Man hörte aus einigen Ämter schon eine gewisse Skepsis, wenn jemand aus Bad Bramstedt anruft. Die letzten Jahre scheinen nicht spurlos vorbeigegangen zu sein. Das finden wir schade, weil auf die Kooperation ist man immer angewiesen.  Wie auch immer: Der Vorschlag hat offene Türen eingerannt. Als “Zielkunden” sind also Reha-Gäste und deren Angehörige, Gesundheitsbesucher und Naturinteressierte der Metropolregion Hamburg mit ihren 5 Millionen Einwohnern zu sehen. 

Gibt es Konkurrenz?

Ein wichtiger Punkt ist natürlich die Situation am Markt. Ein Überangebot ist meistens schlecht. Einzigartigkeit sichert da den Erfolg. Zur Zeit ist der nächste Kurwald in mindestens 300km Entfernung. Ein, zwei Gemeinden in der Metropolregion Hamburg haben diese Idee, aber bisher noch nichts konkretes durchgeführt. Ein Alleinstellungsmerkmal im Hamburger Norden wäre geboren. Gezielte Werbekampagnen und Koordinierung durch unser Amt zum Glück in den Sozialen Medien, aber auch in den konventionellen Medien, könnten hier Meilensteine für unseren Ort setzen. Hierbei können sicherlich die Kollegen aus Heringsdorf oder einem anderen Kur- und Heilwald Hilfestellung leisten und unsere medienaffinen Rathausmitarbeitenden unterstützen.

Nicht nur eine schmerzhafte Wunde KURieren

Ein nicht ganz unerheblicher Nebeneffekt ist die prinzipielle Wiederlangung des Kurstatus. Den hatte die Stadt durch den Wegfall des Moorbads eingebüßt. Der Aufschrei in der Bevölkerung war groß, viele äußerten ihre Bestürzung darüber. Auch wir als Bürgerinitiative sehen das so. Langfristig könnte man darüber nachdenken, ob die Moorkur in einem anderen Marktumfeld besser laufen würde. Aber diese Bewertung möchten wir den Geschäftsleuten dieser Stadt überlassen.
Einer der wichtigsten Punkte ist allerdings, dass sich die Stadt nicht verpflichtet, irgendwelche Flächen anzukaufen. Es bedarf nur der Zustimmung des jeweiligen Besitzers. Die Stadt muss daher eher die Koordinierung und Fördermittelanfragen stellen. Inwiefern einige Schandflecke in der Umgebung entfernt werden können, müssen Profis bewerten, aber auch hier wieder: Es gäbe mal eine reelle Chance. Generell könnten sich in dem Zusammenhang Möglichkeiten ergeben.
Es ist sicherlich nicht das Superhelden-Projekt, das alle Probleme auf einmal löst. Das gibt es nicht. Bad Bramstedt hat in letzter Zeit einen steinigen Weg hinter sich gebracht. Das finden wir schade, sind aber auch ein Teil davon gewesen. Wir möchten der Verwaltung und der Politik hiermit die Hand reichen und eine Möglichkeit anbieten, die Situation für unseren größten Arbeitgeber und einen zukünftigen Arbeitgeber zu verbessern. Es geht hier um so viel mehr als irgendein (Ehren-)Amt. Es geht um eine Stadt - um unsere Stadt.



 


 

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